Kleiner Schnitt mit großer Wirkung
Die endoskopische Bandscheibenoperation
Auch größere Bandscheibenvorfälle lassen sich heute in sehr vielen Fällen beseitigen, ohne dass dazu eine große, offene Operation erforderlich wäre. Dies wird durch die moderne endoskopische Technik ermöglicht, die in deutschen Krankenhäusern inzwischen zum medizinischen Standard gehört, beispielsweise bei Gallenblasen- oder Blinddarmoperationen.
Die endoskopische Bandscheibenoperation eignet sich vor allem bei seitlich liegenden Bandscheibenvorfällen und -durchbrüchen. Dabei wird verlagertes oder ausgetretenes Bandscheibengewebe unter exakter Sichtkontrolle behutsam entfernt. Der Vorteil des Verfahrens: Durch ein vergrößertes Kamerabild lässt sich das Operationsgeschehen sehr gut überblicken.
Es sind auch Endoskope entwickelt worden, die es möglich machen, L5/S1 über einen interlaminären Zugang zu operieren und das mit gutem Erfolg.
So gut wie keine Entzündungen oder Narbenbildungen
Von einem nur wenige Millimeter großen Hautschnitt aus wird das Endoskop dorsal medial in den Spinalkanal eingeführt. Anders als bei der offenen Operation, bei der Muskelgewebe zerschnitten und sogar Teile des Knochens weggemeißelt werden müssen, um an den Vorfall zu gelangen, kommt man bei der endoskopischen Bandscheibenoperation mit einem oder zwei Einstichen von nur etwa einem Zentimeter aus. Diese schonende Technik schließt Entzündungen und Narbenbildungen nahezu vollständig aus. Deshalb können die berüchtigten Verwachsungs- und Narbenschmerzen, die früher nach Bandscheibenoperationen auftraten und manchen Patienten stärker belastet haben als zuvor der Vorfall, überhaupt nicht erst auftreten.
Krankengymnastik nach einer Woche
Bereits zwei Stunden nach dem Eingriff können Sie den Aufwachraum verlassen. Im Einzelfall bekommen Sie eine leichte Stützbandage, die Sie für ca. zwei Wochen tagsüber unter der Kleidung tragen müssen. Noch am selben Tag werden die Ergebnisse der Behandlung mit Ihnen besprochen. Außerdem werden Sie genau über die Modalitäten der Nachbehandlung aufgeklärt. Nach einem stationären Aufenthalt von drei Tagen können Sie die Klinik verlassen. Nach einer Woche beginnen Sie mit gezielten krankengymnastischen Übungen. Kontrolluntersuchungen finden einige Wochen nach dem Eingriff statt. Eine weitere Vorstellung in der Praxis wird individuell nach Ihren Bedürfnissen terminiert.
In der Zeit unmittelbar nach der Operation sollten Sie größere körperliche Belastungen vermeiden. Nach wenigen Tagen können Sie leichte Bürotätigkeiten durchführen. In der Regel sind Sie, je nach Eingriff und Lebenssituation, nach etwa zwei bis vier Wochen wieder voll einsatzfähig. Das schließt auch Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen ein; besonders bewegungsintensive Sportarten wie Tennis, Reiten oder Fußball empfehlen sich erst ab der sechsten Woche.