Nukleoplastie / IDET / Laser

Nukleoplastie/ IDET / Laser

In der modernen Medizin setzt sich immer mehr die Tendenz durch, aufwändige und riskante Operationsverfahren zur Behandlung von Bandscheibenvorfällen durch minimalinvasive Behandlungsmethoden wie Nukleoplastie, IDET oder Laserbehandlung zu ersetzen.

Nukleoplastie

ist ein neues mininalinvasives Verfahren zur Behandlung von Bandscheibenvorfällen ohne Sequester und Rücken-Beinschmerzen ohne Sequester. Dabei wird die betroffene Bandscheibe unter Röntgenbildwandlerkontrolle punktiert. Anschließend wird eine Spezialsonde durch eine dünne Führungsnadel in die Bandscheibe eingeführt. Um die gewünschte Volumenreduktion von Bandscheibengewebe zu erreichen, bedient man sich des so genannten Coblationsverfahrens, durch welches das Bandscheibengewebe gewissermaßen bei ca. 70 °C "verdampft" wird. Indem man die flexible Sonde wiederholt in verschiedene Richtungen vor- und zurückbewegt, ist es möglich, Bandscheibengewebe gezielt zu entfernen.

Die Nukleoplastie kann auch bei einer Protrusion (pathologischen Vorwölbung) der Bandscheibe eingesetzt werden, wenn diese den Schmerz verursacht. Sie kommt darüber hinaus nicht nur bei Rückenschmerzen zum Einsatz, sondern auch bei schmerzhaften Ausstrahlungen ins Bein, der so genannten Lumboischialgie.

Die Behandlungsmethode wird in örtlicher Betäubung durchgeführt. Sie eignet sich besonders für Patienten, bei denen der Faserring noch weitgehend intakt ist. Der Eingriff kann ambulant und unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Zur Planung und Vorbereitung sollten MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie)-Aufnahmen der entsprechenden Bewegungssegmente vorliegen.

Lange Rehabilitationszeiten sind nicht erforderlich. Bereits nach rund einer Woche können Sie mit einem entsprechenden Trainingsprogramm beginnen, um den Behandlungserfolg zu maximieren.

IDET (Intradiskale elektrothermale Therapie)

ist ein Verfahren, das an der Stanford Universität in San Francisco entwickelt wurde und auch als thermische Bandscheibenbefestigung bezeichnet wird. Es ist die geeignete Methode, um den so genannten intradiskalen Schmerz, bei dem die noch intakte Bandscheibe selbst die Quelle der schmerzhaften Empfindungen ist, auszuschalten. Bei der Behandlung wird das weiche Gewebe im Bandscheibenring durch Erhitzen gefestigt, während zugleich die neu eingewachsenen schmerzempfindlichen Nerven ausgeschaltet werden. Die Wirkung besteht darin, dass der äußere Faserring der Bandscheibe gestrafft wird.

Der Arzt führt unter örtlicher Betäubung eine feine Thermosonde in den betroffenen Teil des äußeren Faserrings ein. Die exakte Platzierung der Katheterspitze findet unter Röntgenkontrolle statt. Anschließend wird die Sonde während eines Zeitraums von ca. 15 Minuten langsam erwärmt und danach wieder entfernt. Das Erhitzen führt zu einer Umwandlung des Kollagengewebes im äußeren Faserring. Außerdem können kleine Risse wieder verschlossen werden.

IDET lässt sich ambulant durchführen. Sie können in der Regel bereits etwa eine Stunde nach der Behandlung aufstehen. Bereits nach wenigen Tagen sind Sie in der Lage, leichte körperliche Tätigkeiten wieder aufzunehmen. Eine stationäre Reha-Maßnahme ist nicht erforderlich.

Die Laserbehandlung der Bandscheibe

kommt vor allem bei schmerzhaften Veränderungen der Bandscheibe zum Einsatz, also bei Vorfällen, Vorwölbungen oder Verschleiß. Zuvor muss jedoch durch eine Testinjektion in die Bandscheibe sichergestellt werden, dass die Schmerzen tatsächlich auf eine geschädigte Bandscheibe zurückzuführen sind und der Faserring noch intakt ist.

Über eine Glasfaser von nur 0,2 Millimeter Dicke, die durch eine Spezialkanüle geschoben wird, gelangt das Laserlicht an seinen Einsatzort. Dabei wird die genaue Lage kontinuierlich durch ein bildgebendes Verfahren wie Computertomographie oder Bildwandler überprüft. Das Laserlicht bewirkt, dass das auf den Nerv drückende Gewebe der Bandscheibe verdampft. Die Folge: Der Nerv wird entlastet, so dass der Schmerz häufig unmittelbar zurückgeht. Außerdem werden sensible, schmerzende Nerven innerhalb der Bandscheibe verödet und somit unempfindlich gemacht. Insgesamt wird die Grundstabilität der Bandscheibe wiederhergestellt.

Der Eingriff erfolgt ambulant. Bereits nach einer Stunde können Sie die Praxis verlassen. In den ersten zwei Wochen nach der Behandlung tragen Sie bei Bedarf ein leichtes Mieder. Nach zwei Wochen sollten Sie mit einer gezielten Physiotherapie beginnen. Zu diesem Zeitpunkt sind Sie auch wieder in der Lage, Büro- und leichte körperliche Arbeiten aufzunehmen.